Read My Lips

Lawrence Lessig, ein in Stanford lehrender progressiver Jura-Professor, der sich viel mit Fragen zum Copyright beschäftigt (hat unter anderem die Creative Commons Lizenzen entwickelt), hat den Begriff der "Remix Culture" geprägt. Damit meint er das Neuzusammenstellen und leichtes Verändern von Inhalten aus verschiedenen Medien. Dies ist erst in den letzten Jahren durch die entsprechende Computer-Technik möglich geworden. Inwzischen taugt jeder PC zur Videobearbeitung, so dass dies nicht mehr nur Profis vorbehalten ist.

Ein sehr schönes Beispiel (und der eigentliche Grund für diesen Blog-Eintrag) ist dieses Video: Read My Lips!. Schaut's Euch mal an, bevor Ihr weiterlest. Lustig, oder?

Der Grund, warum sich Lessig damit beschäftigt ist folgender: In gedruckter Form ist dieses "Remixing" in Form des Zitierens gang und gäbe und, so lange man richtig zitiert, auch vollkommen legal. Bei digitalen Medien ist das anscheinend anders. Diese unterliegen dem Copyright und damit benötigt man per se die Einwilligung des Copyright-Halters. Gegen diese Ungleichbehandlung wehrt sich Lessig. Wen das interessiert, der sollte mal einen Blick auf sein Buch werfen oder sich diese Keynote von ihm anhören.

Und noch was Lustiges zum Schluss: Der Autor des Videos hat, nachdem er das Video produziert hatte, bei den Fernsehsender nachgefragt, ob er dieses Material in dieser Form verwenden dürfe. Und die Anwälte haben geantwortet, mit dem schlechtest möglichen Argument, das wohl nur Anwälte bringen können: "Nein, das Video ist nicht lustig!"


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