Die Pinnacles |
||
|
Der erste Montag im September ist in den USA (und Kanada) ein Feiertag, Labour Day, so dass wir ein langes Wochenende hatte. Mein Mitbewohner Jacob hatte für Sonntag mit seinem Freund Eric (dessen Freundin Sylvie aus Montreal zu Besuch war) eine Wanderung geplant, an die Woody und ich uns gerne anschlossen. Laut Wettervorhersage waren angenehme 25 Grad zu erwarten, aber als wir uns um 11 Uhr ins Auto setzen, war schon klar, dass es wärmer werden würde, so dass wir reichlich Wasser mitnahmen. Als wir dann um kurz nach zwei nach einigen Staus am Ziel ankamen und aus dem Auto stiegen, empfingen uns abartige 37 Grad (Celsius, das entspricht genau 100 Grad Fahrenheit). Das Ziel waren übrigens die Pinnacles, ein Nationalpark der ca. 200 Kilometer südlich von Sunnyvale liegt. Auf dem Bild sieht man unsere Wandergruppe auf dem Parkplatz, von dem man unser Ziel (die Felsformationen ganz oben, Pinnacles genannt) schon sehen konnte. Nachdem jeder nochmal ordentlich Wasser getrunken und sich mit mindestens 3l desselben ausgerüstet hatte, machten wir uns dann auf den Weg hinauf. Vor uns lagen knapp 500 Höhenmeter, am Anfang noch angenehm im Schatten, später in der vollen Sonne, vorbei an bizarren Felsformationen, durch einen (angenehm kühlen) Tunnel und über in den Fels gehauene Stufen. Die Aussicht wurde immer besser, je näher wir dem "Gipfel" kamen und wir konnten sogar mal einen Blick auf unseren Ausgangspunkt erhaschen, der klar machte, wie hoch wir schon waren. Nach eineinhalb Stunden waren wir dann endlich oben und machten im Schatten eine gemütliche Pause auf dem Dach der Welt. Zumindest fühlten wir uns so, denn wir hatten eine fantastische Aussicht auf das sog. "Valley", die kalifornische Flachebene vor den Rocky Mountains. Nur zwei Schritte hinter mir geht es übrigens einige hundert Meter in die Tiefe, das war schon ein etwas mulmiges Gefühl. Als wir gegen Abend wieder unten angekommen waren, durften wir uns über gekühlte Getränke aus der Kühlbox und eine Ruhepause am Auto freuen. Aber der Trip war noch nicht vorbei: Jacob, Woody und ich machten uns auf den Weg zu einer nahegelegenen Höhle, ausgerüstet mit Taschen- und Kopflampen. In der Höhle war es natürlich dunkel und sehr eng, man muss sich durch schmale Spalte zwängen und dabei noch hoch und runter klettern. Auf dem Rückweg entstand im Abendlicht (man sieht es an den langen Schatten) noch ein paar schöne Foto von dem Fels, unter dem die Höhle lag, vor dem Abendhimmel. Damit ging dann auch ein ziemlich erlebnisreicher Tag zu Ende und wir spürten alle, was wir in den Beinen hatten. Ich glaube jetzt schon sagen zu können, dass ich mit dieser Wohngemeinschaft einen echten Glücksgriff hatte, denn sowas hätte ich alleine bestimmt nicht gemacht und im Moment fühle ich mich wie Urlaub hier... |
[ Impressum ]