Ein Wochenende in Vancouver

Back in Vancouver

Nachdem mein Mitbewohner Jacob mich netterweise zum Flughafen gefahren hatte, musste ich erstmal feststellen, dass mein Flug nach Vancouver leider 1h verspätet war. Am Ende waren es dann ca. 70 Minuten bevor es endlich losging. Auf dem Flug hatten wir eine wunderbare Aussicht auf den gerade wieder aktiven Vulkan Mount St. Helens. Die Pilotin wies uns sogar extra darauf hin und machte sogar eine kleine Rechtskurve, damit wir besser auf den Berg hinuntersehen konnten, um gleich daraufhin wieder nach links gegenzusteuern. Dann sagte sie noch durch, dass unserer Flugzeit sich dadurch um ca. 10 Sekunden verlängert habe. Das war's locker wert.

Endlich in Vancouver angekommen machte ich mit dem Bus auf den Weg zu meiner alten Wohnung. Meine Vermieter waren leider nicht da, hatten aber ein Willkommensschild für mich angebracht, mit Instruktionen, wo ich den Hausschlüssel finden konnte (Ihr dürft dreimal raten, wo). Ich lud nur kurz meine Sachen ab und machte mich auf den Weg zur UBC, wo sich Freitags Abend die CS-Grads immer im Koerner's Pub treffen.

Auf dem Weg dorthin wurde ich auch gleich wieder daran erinnert, was mich an Vancouver so begeisterte. Es war für diese Jahreszeit fantastisches Wetter, mit einem wunderbaren Blick auf die Berge, aufgenommen am UBC "Flag Pole". Auf den Fotos kann man natürlich nur eine Ahnung davon bekommen.

Im Koerner's erwartete mich dann die nächste Überraschung: Ein "Oktoberfest-Special"! Es scheint, dass Oktoberfest kann man nirgends auf der Welt verpassen. Das Special äußerte sich dann hauptsächlich darin, dass es einen DJ gab, der ein paar Schunkel-Lieder und andere deutsche Hits (Nenas 99 Luftballons durften natürlich nicht fehlen) spielte. Drinnen durfte ich erstmal ein bißchen Aufklärungsarbeit leisten und einige Legenden widerlegen. Unter anderem stellte ich richtig, dass...

  • ... das Oktoberfest schon vor ein paar Wochen begonnen hat.
  • ... es nicht in ganz Deutschland ist und sich da nicht alle Deutschen volllaufenlassen, sondern es nur in München stattfindet.
  • ... es auf einem großen Festgelände im Freien (und natürlich in Zelten) stattfindet.

Jedenfalls habe ich dort schonmal die meisten meiner Kommillitonen wiedergesehen, mit Igor und Jonathan Billiard gespielt und wurde zu einigen Bierchen eingeladen. Als ich dann Abends nach Hause kam, schliefen meine Vermieter schon, so dass ich sie erst am nächsten Morgen begrüßen konnte.

ACM Contest & Ultimate

Der Samstag verlief fast wie üblicherweise vor einem Jahr. Vormittags habe ich erstmal die Jungs an der UBC bei Ihrem Training für den ACM Programming Contest besucht. Ich denke die UBC hat dieses Jahr wieder ein sehr starkes Team, so dass es Igor hoffentlich in die World Finals schafft. Ich bin natürlich nicht die ganzen 5 oder 6 Stunden da geblieben, sondern habe nur die erste Stunde einem jungen Team mit 2 Anfängern ein bißchen geholfen.

Mittags bin ich dann zum Ultimate-Spielen gegangen. Cathy's Team hatte ein Spiel in der Nähe des CS-Gebäudes und da es eher dünn besetzt war, war ich als "Gastspieler" gerne willkommen. Am späten Nachmittag haben wir dann noch in alter Tradition ein zweites Frühstück eingenommen (unser Team letzets Jahr hieß passenderweise "Second Breakfast"), bevor ich zurück zu meinen Vermietern bin.

Die hatten mich zum Abendessen (zu Hause) eingeladen, es gab leckeren Lachs mit Reis und chinesischem Gemüse. Danach hab ich dann noch ein bißchen mit den Kindern gespielt bevor ich ziemlich müde schlafen ging.

Fotos hab ich leider keine, der Tag bestand hauptsächlich darin, alte Freunde und Bekannte wiederzusehen und ein bißchen zu plaudern, das war echt schön. Und das Wetter war weiterhin super, Sonne und blauer Himmel, nicht zu warm, einfach ideal zum Ultimate spielen.

Dim-Sum & Lynn Peak

Sonntag Vormittag habe ich mich erstmal mit allen meinen Freunden zum Dim-Sum getroffen. Das ist so eine Art "chinesischer Brunch". Man sitzt an einem großen Tisch (wir waren 11 Leute) mit einer drehbaren Platte in der Mitte. Die Kellner kommen mit fahrbaren Wagen vorbei, auf denen es viele unterschiedliche Speisen in kleinen Portitionen gibt. Man sagt, was man davon möchte und das wird dann auf die Platte gestellt und jeder kann davon probieren. Mit so vielen Leuten ist es besonders schön, weil man viele unterschiedliche Sachen ausprobieren kann. Zum Glück hatten wir mit Jen eine Chinesin dabei, die die meisten Speisen auswählte und auch tatsächlich wusste, um was es sich dabei handelte.

Danach machte sich dann eine kleinere Gruppe bestehend aus Igor, Frank Hutter (PhD-Student aus Darmstadt), Cathy, Ange und mir auf eine Wanderung. Wir fuhren an den Fuße des Lynn-Peaks, der am Nordufer von Vancouver liegt. Bei wunderbaren Wetter machten wir uns aus einer Höhe von 200m auf dem Weg zum Gipfel, der bei ca. 990m lag. Nach ca. 2h recht anstrengendem Aufstieg wurden wir dann mit einem fantastischen Blick über ganz Vancouver und Umgebung belohnt. Zum Meer hin konnte man sogar bis Vancouver Island. Leider war das Licht so gleißend, das die Sicht auf den Fotos nicht ganz einzufangen war, aber man sollte eine Idee davon bekommen.

Auf dem Gruppenfoto sieht man von links nach rechts: Igor, Frank, Ange, Cathy und meine Wenigkeit. Der Schneebedeckte Berg im Hintergrund von Franks Solo-Bild ist übrigens der Mount Rainier Vulkan, der nördlichste Vulkan der Cascade-Kette, zu der auch der Mount St. Helens gehört. Er liegt bereits hinter der US-Grenze und ist recht nah an Seattle (Moni wird ihn gut in Erinnerung haben).


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