Vancouver, 29.12.03 - 04.01.04

Montag

Heute morgen sind wir in aller Frühe aufgestanden um mit dem QuickShuttle um 6:40 nach Seattle, der Stadt aus der "Schlaflos in Seattle" und "Starbucks" kommen, zu fahren. Nachdem wir die Grenze zu den USA erfolgreich überschritten hatten, erwartete uns am späten Vormittag in Seattle ein wunderschöner, wenn auch eiskalter Tag. Wir haben den strahlend blauen Himmel und die klare Sicht genutzt, um auf den "Space-Needle", einen futuristischen, extra-hohen Aussichtsturm zu fahren. Dort hatten wir einen atemberaubenden Blick auf Seattle, das Meer und die Berge, die die Stadt umgeben. Es handelt sich dabei um die sogenannten "Cascades", alles schlafende Vulkane. Der bekannteste ist der Mount St. Helens, der 1980 einen spektakulrären Ausbruch hatte. Der große, im Hintergrund der Skyline zu sehende Berg, ist der Mount St. Rainier.

Dienstag

Heute hatten wir nicht so schönes Wetter, aber immerhin hat es nicht geregnet. Wir haben uns morgens zunächst die Hausboote angesehen, von denen eines (leider hat es keiner erkannt) wohl das aus dem bekannten Film "Schlaflos in Seattle" war. Tagsüber haben wir uns dann noch die Stadt, eine katholische Kathedrale und sogar ein Kunstmuseum mit vielen Werken aus dem Realismus (und vielen Künstlern aus München) angesehen. Auch ein Besuch bei Starbucks durfte natürlich nicht fehlen. Abends ging es dann mit dem Bus zurück nach Vancouver, wo uns 10cm Neuschnee erwarteten.

Mittwoch (Silvester)

Morgens wurden wir beim Blick aus dem Fenster überrascht, denn es hatte über Nacht nochmal ca. 10cm dazu geschneit, so dass wir mit gut 20cm Schnee schon fast eingeschneit waren. So konnten wir das Einkaufen gleich mit einem Schneespaziergang verbinden.

Für den Silvester-Abend (New-Year's-Eve) haben wir eine "Sassy Harbour Cruise" gebucht, eine vier-stündige Schiffsfahrt rund um Vancouver-Downtown herum. Nachdem wir um 3 Uhr nachmittags (das war 24 Uhr in Deutschland) ganz fest an Euch gedacht haben, ging es um halb neun auf die"Harbour Princess". Dort gab es zwei Decks mit Tanzfläche, DJ und Sitzgelegenheiten. Dazu gab es ein leckeres kaltes Buffet und eine (kostenpflichtige) Martini-Bar mit Cocktails und anderen Getränken. Nur Wasser gab es (wie fast überall hier) kostenlos.

Während der Rundfahrt hatten wir vom Schiff aus eine schöne Sicht auf das erleuchtete Vancouver und konnten uns nochmal in Ruhe viele Sehenswürdigkeiten, die wir in den vergangenen Tagen angesehen hatten, von der anderen Seite betrachten. Leider war es wegen der Dunkelheit und dem schwankenden Schiff nicht möglich, davon Bilder zu machen, aber hier gibt es ein paar Fotos von uns während der Party. Markus scheint das Corona-Bier nicht so geschmeckt zu haben...

Um Mitternacht haben wir nach deutscher Tradition bei eisigem Wind draußen auf dem Deck mit einem (Plastik)-Gläschen Sekt das neue Jahr begrüßt. Wir hatten gehofft, dort einen tollen Blick auf das Feuerwerk zu haben. Am Blick hat es wirklich nicht gelegen, nur leider hat Feuerwerk hier wohl keine Tradition. Außer ein paar vereinzelten Raketen war nichts zu sehen, da gibt es selbst in Mühlheim mehr.

Um 1 Uhr hatten wir dann wieder festen Boden unter den Füßen und machten uns auf den Heimweg (per Bus), denn die öffentlichen Verkehrmsittel waren hier an Silvester von 17 bis 5 Uhr nachts kostenlos, um die Leute vom Autofahren abzuhalten. Eine wirklich gute Idee!

Wir hoffen, Ihr seid auch gut ins Neue Jahr hineingerutscht und wünschen Euch ein gutes Jahr 2004!

Donnerstag (Neujahr)

Nachdem wir endlich mal wieder gründlich ausgeschlafen hatten, gab es nach dem Aufstehen ein britisches Frühstück mit "Baked Beans", Spiegelei und "Mixed Pickles". Vielleicht nicht so gesund, dafür aber umso leckerer! Nach einem gemütlichen Tag zu Hause, machte ich (meine Vermieter sind gerade in Hongkong) mich dann abends endlich mal ans Schneeschippen. Dafür war es eigentlich schon ein bißchen zu spät, weil sich unten schon eine Eisschicht gebildet hatte, aber besser als gar nicht...

Freitag

Heute morgen haben wir zusammen musiziert, denn Moni hatte mir ja meine Klarinette aus Deutschland mitgebracht und meine Vermieter haben ein Klavier. Meine Finger haben sich sogar ziemlich schnell wieder an die Noten erinnert und wir haben eine gute Stunde lang zusammen gespielt, das hat richtig Spaß gemacht. Nur mein Ansatz war danach am Ende und ich stand kurz vor Lippenkrämpfen...

Mittags sind wir dann zu Markus und Wolfgang, um dort nach Rezept aus Wolfgangs neuem Bagel-Kochbuch (kam vom Christkind aus Deutschland), Bagels selbst zu backen. Das ganze hat zwar ziemlich lange gedauert und am Ende waren sie unten leicht angebrannt, sie haben aber echt lecker geschmeckt.

Abends sind Moni und ich dann noch auf einer der vielen Eisbahnen (Eishockey ist hier Nationalsport) Schlittschuhlaufen gegangen. Ziemlich müde gingen wir dann schlafen.

Samstag

Um 8 Uhr hat heute wieder der Wecker geklingelt. Eigentlich viel zu früh, aber Sebi wollte mir heute mal ein typisch kanadisches Frühstück zeigen, und ich hatte auch noch jede Menge zu tun, denn morgen geht es wieder zurück nach Deutschland und die Koffer packen sich leider nicht von selbst!!!

Also quälten wir uns aus dem Bett und machten uns auf zur Uni, denn da war das Cafe "Benny's Bagel", indem wir dann auch "Wafels and Berries" mit Ahornsirup und ein "Big Breakfast" (Rührei mit Speck, Bagel, Würstchen) aßen. Für Sebi eine Delikatesse, für mich eher ungewohnt, war dabei der Ahornsirup.

Auf dem Heimweg genossen wir das herrliche Wetter und nutzten die glatten Straßen zum Schlittern.

Nachmittags erledigten wir längst überfällige Dinge (Homepage schreiben, Putzen...) und öffneten das Geschenk der Vermieter, eine Flasche "Sparkling Apple Juice", in der Erwartung entwas ganz besonderes zu trinken zu bekommen. Allerdings stellte es sich nur als gewöhnlicher Apfelsaft heraus, für Amerikaner anscheinend eine Seltenheit!

Und heut Abend geht es ins "Red Onion", ein Burger-Restaurant. Das ist zwar ziemlich viel ungesundes Essen an einem Tag, aber wir haben keine andere Gelegenheit mehr gefunden... Morgen Vormittag müssen wir uns ja leider schon wieder zum Flughafen aufmachen, von wo dann nachmittags der Flieger nach Calgary abfliegt.

Leider ist mein Urlaub hier schon wieder zu Ende - schade, denn es gefällt mir hier richtig gut!!! Aber wenigstens weiß ich ja jetzt, dass es Sebi hier gut geht, dass die Kommilitonen nett sind, die Uni auch recht schön, und im Vergleich mit Frankfurt reiner Luxus, ist, und er so viele Burger essen kann wie er will, auch wenn sie ja nicht besonders gesund geschweige denn kalorienarm sind, aber das macht bei ihm echt nichts aus, sonst kommt irgendwann nur noch ein Gerippe in Frankfurt an. ;) Aber keine Sorgen machen!

Ach ja, und was ich nicht vergessen darf, was ich hier gelernt hab, ist, dass es hier klirrend kalt ist, dass die Heizung hier nur intervallweise heizt und dass man sich euf einen Bustrip sehr gut vorbereiten sollte, damit man nicht ewig in eben genannter Kälte auf den nächsten Bus warten muss, denn Buspläne gibt es hier einfach nicht an den Haltestellen!

Sonntag

Vorhin musste ich Moni leider zum Flughafen bringen, denn sie fliegt heute zusammen mit Conrads Freundin Dani zurück nach Frankfurt. Wir machten uns morgens bei schönem aber kalten Wetter mit dem Bus auf den Weg zum Flughafen. Nach dem Checkin haben wir noch gemütlich bei Tim Hortons Donuts und Timbits gegessen.

Inzwischen sind die beiden mit 10 Minuten Verspätung in Calgary angekommen, von wo aus sie nach Frankfurt weiterfliegen. Dort werden sie mit dem Air Canada Flug AC844 um 11:15 (Ortszeit Frankfurt) ankommen.

Fortsetzung: Der Flug von Calgary hatte leider ca. eine Stunde Verspätung, aber inzwischen sind beide gut in Frankfurt angekommen und müssen jetzt nur noch den Zeitunterschied von 9 Stunden verkraften, damit es am Dienstag in der Uni weitergehen kann.


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