Vancouver, 26.04.04 - 02.05.04 |
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Inzwischen sind wir gut in New York angekommen und haben schon wieder einen freien Hotspot gefunden, in einem Park, 500m von unserer Jugendherberge (das übrigens wiederum 500m vom Times Square entfernt ist) gefunden. In New York scheint es nur so von denen zu wimmeln, ihr werdet hier also öfter Berichte von mir sehen. MontagHeute sind wir mit dem Zug (Amtrak) von Montreal nach New York gefahren. Das hat den ganzen Tag gedauert und jetzt wissen wir auch warum: Die Züge fahren hier nicht schneller als eine Regionalbahn bei uns, halten aber zum Glück nicht so oft (und wir mussten auch nicht umsteigen). Dazu betätigt der Zugführer auch permanent seine Pfeife, vermutlich um Anwohner zu warnen, dass tatsächlich ein Zug vorbeifährt. Ansonsten war die Zugfahrt sehr ruhig und angenehm. Es gab sogar Steckdosen, so dass ich meinen Laptop betreiben und einige vergessene Arbeiten (wie den Bericht für die Studienstiftung zu schreiben) erledigen konnte. DienstagAn unserem ersten Tag in New York nutzten wir das herliche Wetter gleich zu einem ausgiebigen Rundgang durch Lower Manhatten. Zunächst frühstückten wir aber im nahe an unserem Hotel liegenden Bryant Park, in dem es ein kostenloses Hotspot, d.h. Internet per Funk für unsere Laptops, gab. Auf unserem Rundgang, den wir nach der Empfehlung meines Reiseführers richteten, haben wir dann eine Menge Gebäude gesehen, die ich hier nicht alle aufführen kann. In die meisten konnten wir aber leider nicht hereinkommen, aus "security reasons" natürlich. Bei der City-Hall (immerhin das Rathaus) kam man nicht einmal in den umgebenden Park! Die Angst vor Anschlägen ist offenbar immer noch sehr groß und die Sicherheitsmaßnahmen sind entsprechend streng, auch wenn es manchmal nicht nachvollziehbar war, warum man direkt hinter der Glastür von Sicherheitsbeamten abgefangen und wieder hinausbefördert wurde. Hier sieht man besagte City Hall und das Woolworth Building, das vom Gründer des bekannten Discount-Kaufhauses gebaut wurde. Die letzten beiden Bilder sind die Börser (Wall Street) und Federal Hall, beide im klassischen Stil erbaut. Nachmittags kamen wir im Battery Park an der Südspitze Manhattens an. Dort steht diese metallene Kugel, die aus den Trümmern des World Trade Centers geborgen und in diesem Park als Denkmal aufgestellt wurde. Von dort aus sind wir mit der kostenlosen "Staten Island Ferry" auf eben diese vorgelagerte Insel gefahren. Die 25-minütige Fahrt ging ziemlich Nah an der Statue of Liberty vorbei und bot einen tollen Blick auf die Skyline von Manhatten. Die Fähre ist wohl eigentlich für Pendler gedacht, war aber für umsonst besser als jede Hafenrundfahrt. MittwochNach einem gemütlichen Frühstück haben wir das tolle Wetter genutzt, um einen Rundgang durch den berühmten Central Park zu unternehmen. Der Park ist wirklich wunderschön und rießig groß. Er ist geschickt angelegt, so dass er verschiedenste Elemente enthält: Von großen Rasenflächen, über Seen und sogar einen kleinen Wald mit vielen verschiedenen Vogelarten ist wirklich alles dabei. Man vergisst dort ganz schnell, dass man in New York ist, bis zum nächsten atemberaubenden Blick auf die Skyline. Als Abschluss der Rundtour sonnten wir uns dann noch gemütlich im "Strawberry Garden", demgegeüber John Lennon gewohnt und wo er viel Zeit verbracht hat. Nachdem wir uns noch das Rockefeller Center und die St. Patrick's Cathedral angesehen hatten, machten wir uns auf das Empire State Building (leicht geschmackloses Zitat nach dem 11. September von Matthias Deutschmann: "Damals wie heute das höchste Gebäude von New York"), um uns von dort den Sonnenuntergang anzusehen. Danach bot sich uns ein fantastischer Blick auf das in Dunkelheit versinkende Manhatten, den wir auch lange ausnutzten. Etwas erschreckend: Wir hatten das Gefühl, dass ca. die Hälfte der Besucher dort oben Deutsche waren (okay, vielleicht eher ein Viertel). Wir haben dann sicherheitshalber mal angefangen, untereinander Englisch zu sprechen, damit man uns nicht erkennt... DonnerstagHeute morgen sind Conrad und ich etwas früher aufgestanden, um eine Runde im Cenral Park joggen zu gehen. Wer mich kennt weiß, dass ich wirklich kein großer Läufer bin, aber dort war es so schön, mit so einem tollen Blick auf die Skyline, dass ich mich doch glatt zu über 30 Minuten motivieren konnte... Leider gibt es davon kein Beweisfoto, aber Conrad ist Zeuge! New York ist wirklich unglaublich! Nachdem wir uns zunächst noch die stilvolle New York Public Library, in der es sogar eine der 48 Gutenbergbibeln zu sehen gab und die einen beeindruckenden Leesesal hatte, angesehen haben, waren wir nur fünf Minuten später auf dem werbe- und kommerzorientierten Times Square, auf dem es (wie man vor allem nachts sieht) von bunten Werbebildschirmen nur so wimmelt. Nachmittags haben wir dann Amerika mal kurz verlassen, um auf internationales Gelände zum Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN) zu gehen. Dort bekamen wir eine sehr eindrucksvolle Führung, bei der wir auch die Sitzungsräume des Sicherheitsrats und der Vollversammlung zu sehen bekamen. Unsere Führerin, eine Afrikanerin, schien hauptberuflich eine diplomatische Funktion zu haben, denn sie wußte unheimlich viel über die Arbeit der UN, was die Sache wirklich interessant machte. Danach haben wir uns noch die Grand Central Station, den ehemaligen Hauptbahnhof von New York (der heute nur noch für S-Bahn- und Regional-Verkehr genutzt wird) mit einer sehr eindrucksvollen Haupthalle angesehen. FreitagHeute morgen besichtigten wir zunächst einmal das berühmte Metropolitan Museum of Art, in dem Werke von vielen europäischen Künstlern, unter anderem Rembrandt und Picasso, zu besichtigen waren. Dort gab es auch eine Ausstellung zu Musikinstrumenten, wo ich diese alten Vorläufer der Klarinette gefunden habe. Das Museum war echt riesengroß und sehr interessant, aber leider mussten wir nach zwei Stunden wieder gehen, weil wir uns um 2 Uhr am TKS Ticket Booth anstellen wollten, an dem man ab 3 Tickets für Broadway-Musicals am gleichen Tag zum halben Preis bekommt. Kurz nach drei kamen wir dann mit vier Tickets für Assassins (und jeder um 30 Dollar ärmer) wieder aus der Schlange heraus. Die Zeit bis zur Vorstellung haben wir noch zu einem Ausflug nach Brooklyn genutzt, das durch eine schöne Brücke mit Manhatten verbunden ist und von dessen Uferpromenade wir einen tollen Blick auf die Skyline hatten. Wie routinierte Seattle-Besucher sicher schon vermutet haben, liegt diese schöne Promenade nicht direkt am Wasser, sondern ... genau, an einem Freeway, was die Sache dort ziemlich laut und die Atmosphäre etwas kaputt macht. So sind sie halt, die Amerikaner... Das Musical Abends war dann ein schöner Abschluss unserer New York Besichtigung. Erzählt wurde die Geschichte von Attentätern, die entweder einen amerikanischen Präsidenten umgebracht oder es wenigstens versucht hatten. Das waren erstaunlich viele, insgesamt 9 Stück. Es wurde aber nie thematisiert, dass das die freie Verfügbarkeit von Waffen in Amerika vielleicht etwas damit zu tun haben könnte. Abschließend bleibt zu New York zu sagen, dass es eine tolle Stadt ist, die Menschen (vor allem in den Geschäften) aber etwas unfreundlich und die Preise viel zu teuer sind... SamstagInzwischen sind wir gut in Washington angekommen (per Greyhound-Bus). Die Internet-Lage wird immer besser: Diesmal haben wir WLAN direkt auf dem Zimmer, von einem nahegelegenen Regierungsgebäude. Da müssen wir unser Hotel ja eigentlich gar nicht mehr verlassen, Bilder von Washington gibt es bestimmt auch im Internet... Apropros Bilder: Die folgen bald. Update:Nach einem Abendessen haben wir uns schon mal die National Mall angesehen, ein langer Grünstreifen, auf dem alle wichtigen Regierungsgebäude (Capitol, Weißes Haus), Gedenkstätten für diverse Kriege und viele Museen untergebracht sind. Nachts waren viele Gebäude schön erleuchtet. Zu sehen sind vier dunkle Gestalten in der Gedenkstätte für die Opfer des 2. Weltkrieges, das Washington Monument mit Capitol im Hintergrund und Abraham Lincoln, ehemaliger Präsident im Bürgerkrieg. SonntagZunächst deckten wir uns auf dem Easter-Market mit Baguette, Käse und Salami für ein Picknick ein und machten uns dann erneut auf die National Mall, um die Gebäude dort genauer zu inspizieren. Dies begann mit dem Capitol, in dem die beiden Kammern des Parlaments der USA sitzen. Nach einem gemütlichen Picknick haben wir dann im Nationalarchiv alte Originale der drei Dokumente bewundert, auf denen die USA basiert: Der Declaration of Independence, der Constitution und der Bill of Rights, den ersten 10 Zusätzen zur Verfassung, die Menschenrechte wie Religions- und Pressefreiheit garantieren. Dazu kamen noch viele weitere Dokumente aus dieser Zeit, die einen interessanten Einblick in die Entstehungsgeschichte der USA ermöglichten. Hier sieht man nochmal das schöne World War II Memorial, das erst 1997 gebaut wurde. Die Säulen mit den Kränzen stehen für die Opfer aus den einzelnen Bundesstaaten, dazu kommen Zitate von Generälen und Präsidenten der damaligen Zeit. Recht eindrucksvoll gemacht. Wie man auf den Bildern vielleicht schon sieht, lieben die Amerikaner anscheinend Wasser, fast alle der vielen Gedenkstätten auf dem Gelände hatten irgendwelche Brunnen, Wasserfälle oder Seen, was uns gut gefallen hat. Ans Weiße Haus kam man übrigens nicht vernünftig heran, so dass ich hier keine vorzeigbaren Fotos habe. Dort wird im Moment ziemlich viel umgebaut (vermutlich um die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen, so dass man leider vor lauter Bauzäunen und Sicherheitsbarrieren nichts sieht. Aber ihr kennt es ja sicher aus dem Fernsehen... |
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