Vancouver Island, 17.05.04 - 23.05.04

Montag

Heute früh haben Markus und ich uns auf Vancouver Island, oder einfach nur kurz "the island" wie die Leute hier sagen, begeben. Das ist eine westlich von Vancouver im Pazifik liegende, ca. 500 km lange und 100km breite Insel, die Vancouver vor dem offenen Meer schützt. Wir sind dazu morgens mit dem Bus zur Fähre gefahren, die uns in einer ca. 1,5-stündigen Fahrt nach Nanaimo gebracht hat. Dort haben wir uns dann einen Mietwagen genommen, der erstaunlich günstig war, weil die dort übersehen haben, dass ich unter 25 bin. Ob das damit zusammenhängt, das mein Geburtsdatum auch als 9. Januar 1979 gelesen werden kann?

Mit dem Auto fuhren wir dann nach Tofino, einer "end-of-road town" an der Westküste der Insel. Große Teile der Insel (insbesondere der Norden und der Westen) sind noch ziemlich naturbelassen und auf dem Weg nach Tofino gab es erstmal recht große und alte Bäume (Douglas Fir), schöne Landschaften und in Tofino dann einen netten Sonnenuntergang im Pazifik zu sehen.

Dienstag

Heute haben wir einen Tagesausflug zu den Hot Springs Cove gemacht, die in einem Nationalpark auf einer der vielen Tofino vorgelagerten Inseln liegen. Zu der Insel sind wir mit 9 anderen Leute ca. 1 Stunde vorbei an vielen kleinen Inseln mit dem Boot gefahren.

Auf der Insel hatten wir dann 3,5 Stunden Zeit, wobei wir erstmal ein Picknick gemacht haben und uns dann auf den 30 minütigen Weg durch die Wildnis (allerdings auf einem komfortablen Holzsteg) zu den Hot Springs gemacht haben. Wie der Name schon sagt sind das heiße Quellen, dort kommt das Wasser mit über 50 Grad Celius aus dem Boden und fließt dann Richtung Meer. Dabei sind einige natürliche, kleinere Becken entstanden, in denen sich das (schon etwas abgekühlte) Wasser sammelt und in denen man wunderschön baden kann. Es war aber immer noch sehr heiß, so dass ich es dort nie allzu lange ausgehalten habe, bevor ich mich wieder auf den schwarzen Steinen gesonnt habe. Sehr nett war auch das letzte Becken vor dem Pazifik, in dem sich heißes Quell- und kaltes Meerwasser gemischt haben, so dass die Temperatur dort sehr angenehm war.

Abends ging es dann wieder zurück, diesmal auf einer etwas anderen Route übers Meer, auf der wir sogar einen Grauwahl zu sehen bekamen. Ich habe allerdings erst gar nicht probiert ihn zu fotographieren, er war immer nur kurz über Wasser bevor er wieder zur Nahrungsaufnahme abgetaucht ist und auch sehr schwierig zu entdecken. Verräterisch war es immer, wenn zum Luftholen erstmal das Wasser ausgepustet hat und man die kleine Fontäne sehen konnte.

Mittwoch

Für heute hatten Markus und ich eine (geführte) Kayak-Tour gebucht. Mittags ging es dann los. Mit zwei Führern und sechs anderen übten wir zunächst ein wenig an Land bevor es in die zweier Kayaks ging. Insgesamt hatten wir eine 5 Stunden Tour, wobei wir zu einer der nahe Tofino gelegen Inseln fuhren (auf dem Bild sieht man, wie wir dort am "Strand" gelandet sind). Dort gab es noch alten unberührten Regenwald (der Baum auf dem Bild ist ca. 800 Jahre alt!) und einer unserer Führer gab uns dort eine sehr interessante Tour (er hat früher für eine Umweltorganisation der Regierung in der Gegend gearbeitet). Der Wald auf der Insel sollten wohl wegen des schönen Holzes gefällt werden, aber gemeinsame Proteste von den Indianern und den Bewohner von Tofino (da war unser Führer auch dabei) konnten das gerade noch verhindern. Danach ging es dann wieder zurück und wir haben es wirklich geschafft, nicht zu kentern und hatten eine Menge Spaß.

Die ganze Tour war übrigens im Pazifik, also im Meer. Allerdings ist die Gegend um Tofino eine große Einbuchtung mit vielen kleinen Inseln un dadurch sehr geschützt, so dass wir so gut wie keine Wellen hatten. Und Ebbe und Flut gingen sogar immer in die Richtung, in die wir gerade paddeln mussten, es war also nicht so anstrengend.

Donnerstag

Heute sind wir von Tofino aus nach Ucluelet gefahren, das ungefähr 50km südlich ebenfalls an der Westküste liegt. Auf dem Weg dorthin haben wir einige kleinere Wanderungen unternommen, unter anderem zum "Long Beach" und durch einige Regenwälder. Auf einem der Bilder kann man sehr schön sehen, wie neue Bäume hier oft auf alten Baumstümpfen wachsen, weil es dort die meisten Rohstoffe gibt. Das heißt dann hier "Nurserie". Ucluelet selbst hat sich dann als recht langweilig erwiesen, die Hauptattraktion war eine kleine Wanderung zu einem Leucht"turm", der nicht besonders hoch aber ganz hübsch war.

Freitag

Der Freitag bestand hauptsächlich darin, von Ucluet zurück nach Tofino zu fahren, was fast den ganzen Tag beanspruchte und eine Unterkunft in Victoria zu finden. Wir sind dann in einer sehr netten Jugendherberge gelandet, die sehr nah an der Innenstadt liegt. Abends blieb noch Zeit für einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt, die eine sehr schöne Hafengegend hat, in der auch das berühmte Empress Hotel und das Provinzparlament von British Columbia liegen.

Auf dem Rückweg von einer nächtlichen Kneipentour (naja, genauer gesagt war es nur ein Brew Pub, der selber Bier braut) sahen wir dann das Parlament nochmal beleuchtet. Ein wenig kitschig vielleicht, im Reiseführer stand die treffende Formulierung, dass dies das Parlament "zu einer Disney-Karrikatur seiner selbst" (frei übersetzt) macht.

Samstag

Heute haben wir uns noch mal gründlich Victoria angesehen, haben dabei auch das Parlament und das Royal British Columbia Museum besucht und sind durch den Beacon Park spaziert. Leider hat es den ganzen Tag genieselt, so dass nicht viele brauchbare Fotos bei herausgekommen sind.

Sonntag

Auf dem Weg nach Vancouver haben wir noch in den Butchard Gardens haltgemacht, einer der Hauptattraktionen der Insel. Es handelt sich dabei um einen recht großen, angelegten Blumengarten. Er ist in mehrere kleinere Gärten unterteilt, die jeweils ihren eigenen Charakter hatten. Gerade bei Sonnenschein wirklich toll, nur leider haben die Rosen im Rosengarten noch nicht geblüht.


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