Vancouver, 03.11.03 - 09.11.03

Montag

So, heute beginnt der letzte Uni-Monat. Der Dezember ist dann frei, nur eine Klausur für den Datenbanken-Kurs habe ich in der zweiten Dezemberwoche. In Computational Geometry gibt es Mitte November eine Klausur und ich muss ein kleines Projekt machen, das dann im Dezember fertig werden muss. Über den Inhalt werde ich am Donnerstag mit dem Professor reden. In meinem dritten Kurs, Topics in Programming Languages, muss ich nur ein Paper schreiben, das bis Ende November fertig sein muss. Ich werde untersuche, wie sich verschieden für Java vorgeschlagene Typsystem-Erweiterungen für echte Projekte (anhand von zwei open-source Projekten) eignen.

Dienstag

Ich verfolge ja die Nachrichten in Deutschland immer über das Internet und habe mitbekommen, dass es ja so eine Aufregung um die Rede von diesem Hohmann gab. Die Zeit hat da einen ganz interessanten Kommentar, der die Rede recht detailliert analysiert. Und wer sich selbst einen Eindruck machen will, findet die Originalrede bei tagesschau.de.

Freitag

Ich muss gestehen, dass ich, seit ich nach Kanada gekommen bin, noch nicht beim Friseur gewesen bin und meine Haare deswegen schon bedenklich lang geworden sind. Es wurde also höchste Zeit, sich diese hier mal kürzen zu lassen, was ich heute dann auch getan habe. Der Friseur war mit 15,- Dollar (inklusive Trinkgeld) recht günstig, da merkt man halt doch, was die Meisterpflicht bei uns so ausmacht. Zur Beurteilung habe ich mal ein Vorher-/Nachher-Bild gemacht. Was vorher und was nachher war, muss ich wohl nicht weiter erklären...

Sonntag

Heute bin ich beim Surfen auf etwas lustiges gestoßen. Kennt Ihr die Geschichte von den Affen, die auf der Tastatur rumhacken? Es gibt die Theorie, dass, wenn man ein paar Affen vor Schreibmaschinen setzt und diese darauf wahllos herumtippen lässt, diese irgendwann auch mal die gesammelten Werke von Shakespeare und die Relativitätstheorie tippen werden, was vom Standpunkt der Wahrscheinlichkeitsrechnung Sinn sogar richtig ist, wenn auch nur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit. Die Affen werden sogar irgendwann einmal alle Bücher schreiben, die vielleicht erst in 100 Jahren veröffentlicht werden. Das Problem ist nur, dass sie bis dahin auch sehr oft Varianten davon getippt haben werden, die zwar aus sinnvollen Wörtern bestehen, aber insgesamt keinen Sinn machen.

Im Internet habe ich jetzt den Monkey Shakespeare Simulator gefunden, der dieses Phänomen experimentell untersuchen will. Wenn man auf diese Seite geht (und der Browser Java unterstützt) werden einfach per Zufallsgenerator Zeichenfolgen erzeugt und überprüft, ob diese irgendwo in einem Shakespeare-Werk auftauchen. Wenn ja, wird diese Stelle auch angezeigt. Der Rekord liegt bisher bei sage und schreibe 8 Zeichen aus "Cymbeline". Bis dabei mal ein vollständiges Theaterstück herauskommt, wird also noch sehr viel Zeit vergehen. Probiert es einfach mal aus, ist ganz lustig, vor allem weil er einem auch die Fundstellen anzeigt.


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