Vancouver, 08.12.03 - 14.12.03

Montag

Heute haben wir (per E-Mail an das Departement) die offiziellen Glückwünsche der Uni-Präsidentin Martha Piper zu unserem Abschneiden beim ACM-Programming-Contest erhalten. Hier ist der Original-Text ("Bob" ist sowas wie der Dekan des Fachbereiches):

Dear Bob,

Warmest congratulations on the outstanding peformance of our Computer Science students in the 2003 Association for Computing Machinery Programming Contest. This is clearly a tribute to the excellence of our students and the excellence of the learning environment you and your colleagues are providing.

Please accept my most sincere congratulations.
Martha

Außerdem habe ich heute die Nachricht erfahren, dass Harald Schmidt seine gleichnamige Show zum Jahresende einstellt. Thorsten hat deswegen eine Trauerseite mit einer ausführlichen Sammlung von Presseartikeln zusammengestellt.

Dienstag

Heute habe ich einen interessantes Interview von einem Herrn Richard Gabriel. Er vertritt darin die These, dass Programmieren wie Gedichte bzw. Literatur schreiben ist und dass dies in der Ausbildung auch entsprechend berücksichtigt werden sollte. Ich wusste doch schon immer, dass in mir ein kleiner Poet steckt... :-)

Donnerstag

Heute habe ich meine letze Klausur für dieses Jahr in "Data Mining" geschrieben. Jetzt arbeite ich nur nach an einem Projekt für "Computational Geometry". Dort implementiere ich verschiedene effiziente Algorithmen zur Bestimmung aller Schnittpunkte zwischen einer Menge von Liniensegmenten (Strecken mit Anfangs- und Endpunkt). Ziel ist es, die Geschwindigkeit für eine bestimmte Anwendung (Bestimmung der "Crossing Number" von vollständigen Graphen) zu vergleichen. Für Kenner: Die asymptotische Komplexität ist zwar bekannt, aber es geht hier um die "versteckten Konstanten".

Heute hat noch ein anderes bedeutendes Ereignis stattgefunden: Ich habe mein erste Buch ausgeliehen! Nein, nicht nur hier in Kanada, sondern, soweit ich mich erinnern kann, generell das erste Buch, das ich fürs Studium ausgeliehen habe. Diejenigen meiner Leser, die schon vor etwas längerer Zeit studiert haben, werden sich jetzt vermutlich fragen, wie der Junge 7 Semester studieren kann, ohne eine Buch auszuleihen. Naja, heutzutage geht das halt. :-)

Die meisten Veröffentlichungen gibt es heute im Internet und man druckt sie sich einfach aus. Und einige wenige Bücher habe ich (in Deutschland) auch gekauft. Aber dieses Buch brauche ich halt nur für das Projekt an dem ich gerade arbeite, da ist so eine altmodische Bücherei doch ganz praktisch. Ich fand das Ereignis jedenfalls wichtig genug, um gleichmal ein Bild von dem Buch zu machen.

Freitag

Heute gab es hier die offizielle Weihnachtsfeier des Departements. Das ganze hat für Studenten 10 Dollar gekostet (für Professoren 25), dafür gab es aber auch ein gutes Essen. Hier ist die Menübeschreibung aus der Einladung:

  • Mesculum greens with two dressings
  • Marinated beets and mandarin salad
  • Orzo with green peas, sundried tomatoes, black olives & basil
  • Maple glazed Fraser Valley turkey with mushroom, herb, red onion and pecan stuffing, spiced cranberries
  • Butternut squash tordelli with goat cheese and walnuts
  • Roasted winter vegetables
  • Sour cream and green onion mashed potatoes
  • Yule Log
  • Fresh fruits and Christmas cookies
  • Bread and butter
  • Coffee, tea, assorted juices and soft drinks

Das ganze fand Mittags im "Greens College" auf dem Campus in der "Great Hall" statt. Das klingt irgendwie schon nach Harry Potter und ungefähr so hat man sich da auch gefühlt. Leider war es wegen der Lichtverhältnisse recht schwierig dort Fotos zu machen, aber hier sind Fotos von der Halle und von dem Menü.

Nach dem Essen folgte noch ein kleines Unterhaltungsprogramm mit Beiträgen und Reden Departement-Mitglieder. Zwei PhD-Studenten haben dabei Ihren Programmpunkt als Nachrichtensendung aus dem Jahre 2006 gestaltet und so verschiedene Entwicklungen persifliert. Die erste "Meldung" begann ungefähr so: "Die drei Teams der UBC haben dieses Jahr die ersten drei Plätze beim ACM-Programming Contest belegt. Alle neun Team-Mitglieder waren Austauschstudenten aus Darmstadt.". Daraufhin kam dann noch ein Satz in gebrochenem Deutsch, den man aber aufgrund des großen Gelächters im Publikum leider nicht mehr verstehen konnte.


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